Vollwertkost

Der Begriff Vollwertkost ist oft verwässert worden, um Produkte als gesund und vollwertig anzupreisen. Auch die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) benutzt dieses Wort, ist aber weit von der Definition entfernt, die wir hier verwenden wollen. In einer vollwertigen Ernährung werden nur Lebensmittel verwendet, die so natürlich wie möglich sind. Diese Art der Ernährung ist besonders gut geeignet für Lebensmittelallergiker und Leuten mit Magen- oder Darmempfindlichkeiten. Ob diese Ernährungsweise auch dabei hilft schnell abzunehmen, klären wir hier.

Was darf ich essen?

Die Empfehlung ist, ungefähr ein Drittel der aufgenommenen Nahrung in Form von Frischkost zu verzehren. Dieses Drittel sollte sich in ein Drittel Obst und zwei Dritteln Gemüse aufteilen. Obst und Gemüse werden in der Vollwerternährung nur in unbehandelter und unbearbeiteter bis wenig bearbeiteter Form aufgenommen. Warum soll man mehr Gemüse als Obst essen? Erstens hat Gemüse viel mehr wichtige Vitalstoffe. Vitalstoffe sind Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Zweitens ist Obst süß und damit kalorienreich, auch wenn es wasser- und faserhaltig ist und damit einen wichtigen Beitrag für eine gesunde Verdauung liefert. Eine gute, grobe Faustregel ist, pro Tag zwei über der Erde gewachsene Gemüsesorten zu essen und zwei unter der Erde gewachsene. Folgende Lebensmittel sollten strikt gemieden werden:

Zu vermeidende Lebensmittel
  • Alle Arten von verarbeitetem Zucker
  • Alle Produkte, die aus weißem Mehl bestehen (Type 405)
  • Alle raffinierten Fette, meist pflanzliche Fette, oder Magarinen
  • Säfte und gekochtes Obst

Zu verarbeitetem Zucker gehören normaler Haushaltszucker, brauner Zucker, Frucht- und Traubenzucker, aber auch Ahornsirup, Gerstenmalz oder Maltodextrin (auch modifizierte Stärke).

Zu verzehrende Lebensmittel
  • Täglich drei Esslöffel unerhitztes Getreide in Form von Frischkornbrei
  • Frischkost aus rohem Gemüse und Obst
  • Vollkornprodukte (Brot, Nudeln, Reis, Haferflocken)
  • Naturbelassene Fette, etwa Butter, Sahne, kaltgepresste, unraffinierte Öle

Fleisch und andere tierische Produkte (Eier oder Milchprodukte) sind durchaus erlaubt und erwünscht, solange sie nach ökologischen und biologischen Grundsätzen produziert wurden. Außer dem Getreideverzicht ähnelt die Vollwertkost sehr der Steinzeiternährung oder Paleo-Diät.
„Essen und trinken Sie nichts, wofür Werbung gemacht wird!“ Dieser Satz von Dr. M. O. Bruckers fasst die Philosophie der Vollwertkost sehr gut zusammen. Er hat außerdem gesagt, dass man sich so ernähren sollte, wie ein Bauer vor 100 Jahren.

Wie kann man mit Vollwertkost abnehmen

Bei einem Kaloriendefizit lässt sich mit der Vollwertkost hervorragend abnehmen. Dem Körper werden alle wichtigen Vitalstoffe sowie Makronährstoffe zur Verfügung gestellt, und zwar aus leicht verwertbaren Quellen. Die Vollwertkost eignet sich weniger als kurze Diät, dafür umso besser als langfristige Ernährungsumstellung. Wer mehr über Vollwertkost erfahren möchte kann sich hier informieren.

Quelle: Bruker, M.O. (1998), „Das große Dr. M.o. Bruker Ernährungsbuch“, emu-Verlagss GmbH, Lahnstein
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