Die Paleo Diät

Die Paleo Diät orientiert sich an dem, wie sich unsere Vorfahren vor ca. 20.000 Jahren ernährt haben, deshalb wird diese Form der Ernährung auch oft Steinzeiternährung genannt. Die Idee dahinter ist, dass sich unsere Essgewohnheiten sehr schnell ändern, aber unser Verdauungstrakt und der gesamte Stoffwechsel nicht hinterherkommen, sich an die Änderungen anzupassen. Unser Körper funktioniert nahezu so, wie in der besagten Steinzeit und daher macht es Sinn, so zu essen wie unsere Vorfahren, da wir an diese Art Essen angepasst sind. Die Zusammensetzung und Wirkungsweise unserer Hormone hat sich nicht verändert und befindet sich quasi auf Steinzeit-Niveau.

Wie funktioniert die Paleo Diät?

Es ist alles erlaubt, was unsere Vorfahren schon hätten essen können. Die Paleo Diät schreibt einem keinen besonderen Essensplan vor. Man darf nach Lust und Liebe kombinieren, muss sich aber immer fragen, ob die Lebensmittel „paleo-konform“ sind. Das Konzept ist jedoch relativ intuitiv. Eine ungefähre Richtlinie für die Makronährstoffverteilung bei einer 2000 Kalorien Diät sieht folgendermaßen aus:

Makronährstoff Wie viele Kalorien soll ich daraus beziehen?
Kohlenhydrate 400–600 kcal (20-30%)
Protein 200-400 kcal (10-20%)
Kohlenhydrate plus Protein 600-1000 kcal (30-50%)
Fette 1000-1400 kcal (50-70%)
Mehrfachungesättigte Fettsäuren 40-100 (2-5%)

Die Paleo Diät setzt auf unverarbeitete und frische Lebensmittel. Es steht besonders deren Produktion im Mittelpunkt. Tiere sollen artgerecht gehalten und artgerecht ernährt werden. Kühe sollen auf der Weide stehen und Fische sollen in der Wildnis gefangen werden, und nicht in Aquakulturen hochgezüchtet werden. Es gilt auch für Tiere: Du bist, was du isst. Die Verhältnisse von essenziellen Fettsäuren verschlechtern sich immens, wenn Tiere nicht artgerecht ernährt werden. Gute Tiernahrung beschert also ein besseres Produkt. Auch Obst und Gemüse sollte unbehandelt und unverarbeitet verwendet werden.

Was wird in der Paleo Diät gegessen?

Diese Form der Ernährung setzt besonders auf Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Obst und Gemüse. Alle Nüsse, außer der Erdnuss, können auch Teil einer Paleo-Ernährung sein. Hülsenfrüchte, Bohnen und Getreide sind aufgrund ihrer hohen Anteile an Allergenen (z.B. Gluten) oder ihrer schweren Verdaulichkeit in der strengen Paleo Diät tabu. Etwas gemäßigtere Anhänger sind überzeugt, dass man nach längerem Einlegen bzw. fermentieren von Hülsenfrüchten und Bohnen auch diese gefahrlos verzehren kann. Alle Arten von Getreide (Weizen, Roggen oder Mais) sind allerdings streng verboten. Nudeln oder Brot sollten also vom Speiseplan verschwinden. Die gemäßigteren Paleo-Anhänger erlauben den Verzehr von Pseudo-Getreide (z.B. Quinoa, Hanf, Amarant oder Buchweizen) bzw. weißen Reis oder Kartoffeln. Der Konsum einiger industriell verarbeiteter Pflanzenfette soll aufgrund einer schlechten Omega-3 zu Omega-6-Bilanz vermieden werden. In der folgenden Tabelle seht Ihr, welche Öle bzw. Fette nach der Paleo Diät gut, und welche schlecht sind. Im Internet findet Ihr Unmengen an guten Rezepten, die Euch diese Diät erleichtern.

Öl Bewertung
Palmkernöl Sehr gut – oft verwenden
Kokosnussöl Sehr gut – oft verwenden
Kakaobutter Sehr gut – oft verwenden
Olivenöl Gut – normal verwenden
Avocadoöl Gut – normal verwenden
Cashewbutter Ok – in Maßen verwenden
Mandelbutter Ok – in Maßen verwenden
Rapsöl Schlecht – nicht verwenden
Erdnussöl Schlecht – nicht verwenden
Sojaöl Schlecht – nicht verwenden
Maisöl Schlecht – nicht verwenden
Färberdistelöl Schlecht – nicht verwenden

Die Paleo-Diät ist eine High-Fat Diät. Mindestens die Hälfte der aufgenommenen Kalorien soll aus gesättigten Fetten stammen. Die Verteufelung von Pflanzenöl und die Anpreisung von tierischen, gesättigten Fetten widersprechen vielem, was wir glaubten zu wissen. Aufgrund ihres hohen Oxidationsrisikos und des relativ niedrigen Bedarfs an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z.B. Omega 3,6 und 9) macht es durchaus Sinn, gesättigtes Fett als Hauptenergielieferant zu wählen. Diese Fette sind am schnellsten und einfachsten eingelagert und verwertet. Alte Studien, die einen Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und der Aufnahme von tierischem Fett herstellten, sind längst widerlegt und als falsch befunden worden.

Wie nimmt man mit der Paleo-Diät ab?

Die Paleo-Diät ist keine Crash-Diät, sondern eine langfriste Ernährungsumstellung. Da die Diät ausschließlich auf gesunde und verträgliche Lebensmittel setzt, macht man aus der gesundheitlichen Perspektive nichts verkehrt. Mit einem moderaten Kaloriendefizit lassen sich nachhaltig Figur und besonders das gesundheitliche Wohlbefinden verbessern. Paleo-Ernährung ist vor allem für Lebensmittelallergiker sehr gut geeignet.

Teile dein WissenShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone
Hat der Artikel dir gefallen? Gib hier deine Stimme ab:
Diesen Artikel bewerten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.